Attentifs ensemble

Kunstwerk: Attentifs ensemble
Künstler: Romain Weintzem

Romain Weintzem wuchs in Paris auf, wo die Art Nouveau (Jugendstil) das Straßenbild schmückt, u.a. die ikonischen Metro-Eingänge von Hector Guimard. Noch heute ist der Paravang, ein Windschutz mit grünen Sitzbänken mit Blick auf den Yachthafen in Blankenberge, ein hübsches Überbleibsel der Belle Époque.

Auf den ersten Blick ist das Werk von Romain Weintzem eine schöne Skulptur mit nostalgischen, eleganten vom Jugendstil inspirierten Formen. Der Titel Attentifs ensemble (etwa: Gemeinsam wachsam) ermöglicht jedoch eine zweite Lesart, die eher gewalttätig getönt ist. Dieses Fragment, das einer beklemmenden Botschaft aus französischen öffentlichen Verkehrsmitteln stammt, und in der dazu aufgerufen wird, einander zu überwachen, inspirierte den Künstler zu seinem Werk. Die Struktur aus acht Stühlen, durch Stahlwände getrennt, ermuntert den Nutzer dazu, die Umgebung zu erkunden – ohne dabei mit seinen Nachbarn zu kommunizieren, womit der dystopische Charakter unserer Überwachungsgesellschaft entlarvt wird. Drei solcher Kunstwerke werden in der Stadt platziert. Dies verstärkt den „Panoptikum-Effekt“. Im Oeuvre von Romain Weintzem gehen bissiger Humor und Gesellschaftskritik Hand in Hand.

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